Depression
Depressive Erkrankungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankung in Deutschland. Es ist ganz normal, dass sich Menschen in verschiedenen Alltagssituationen, z. B. nach einer Trennung, niedergeschlagen fühlen. In vielen Fällen lässt sich eine solche angemessene Trauerreaktion von den Symptomen einer depressiven Erkrankung abgrenzen.
Für eine Depression ist dagegen eine anhaltende Veränderung von Stimmung und Funktionsniveau über mindestens zwei Wochen typisch. Diese kennzeichnet sich unter anderem durch andauernde Niedergeschlagenheit, Antriebslosigkeit, Interessensverlust, Schlafstörungen, Hoffnungslosigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten und vermehrtes Grübeln.
Depressionen entstehen meist durch ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Neben genetischer Veranlagung und neurobiologischen Veränderungen spielen auch psychische und psychosoziale Faktoren eine bedeutsame Rolle bei der Entwicklung einer Depression. Auslöser - etwa der Verlust des Arbeitsplatzes, chronische Überlastung oder andere einschneidende Lebensereignisse - können die Symptomatik begünstigen, sind aber nicht die einzigen möglichen Auslöser.
Depressive Erkrankungen können mithilfe verschiedener psychotherapeutischer Verfahren behandelt werden. Die besten Wirksamkeitsbelege liegen für die sog. kognitive Verhaltenstherapie vor. Im Rahmen einer kognitiven Verhaltenstherapie können die folgenden Therapieziele im Vordergrund stehen, um depressive Symptome zu reduzieren: Identifizierung und Veränderung automatischer Denkschemata (z. B. „Alles was ich mache, mache ich falsch.“ oder „Ich bin nur was wert, wenn mich andere Menschen mögen.“); Aufbau einer Tagesstruktur, die neben den Pflichten auch angenehme Aktivitäten vorsieht (z. B. Hobbies nachgehen, sich mit Freund:innen treffen); Erlernen eines angemessenen Umgangs mit negativen Gefühlen wie Traurigkeit, Angst und Hilflosigkeit; Rückfallprophylaxe zur Vermeidung depressiver Rückfalle; Entspannung lernen.
Burnout
Burnout bezeichnet ein arbeitsbezogenes Eschöpfungsphänomen, das als Folge von chronischer Überbelastung am Arbeitsplatz entsteht. Häufige Auslöser sind anhaltend hohe berufliche Anforderungen oder ein Missverhältnis zwischen Belastungen und verfügbaren Ressourcen. Betroffene erleben oft eine starke Energie- und Kraftlosigkeit, verminderte Leistungsfähigkeit oder eine distanzierte Haltung gegenüber der Arbeit. Nicht selten treten zudem körperliche Beschwerden auf und es kommt zu einem sozialen Rückzug. Wichtige Therapieziele, die langfristig die psychische Gesundheit verbessern, sind z. B. eine bessere Einschätzung der eigenen Belastbarkeit als auch die Veränderung der Arbeitsbedingungen.
Krisenintervention
Krisen erlebt jede:r von uns und sie ghören zum Leben dazu. Sie können durch ein plötzliches, einschneidendes Ereignis entstehen - zum Beispiel einen Unfall, eine schwere Erkrankung oder den Verlust einer nahestehenden Person. Manchmal entwickeln sich Krisen aber auch schleichend, zunächst unbemerkt, wenn die bislang genutzten Ressourcen und Bewältigungsstrategien nicht mehr ausreichen.
Für die Betroffenen stellen Krisen eine starke psychische Belastung dar. Typische Anzeichen sind körperliche Reaktionen (z. B. Schlafprobleme, Magen-Darm-Beschwerden, Herzrasen, Appetitverlust) und/oder psychische Symptome wie Angst, anhaltende Traurigkeit, Hoffnungslosigkeit oder Rückzug aus dem sozialen Umfeld.
Krisenintervention bedeutet, Betroffene kurzfristig aufzufangen, zu begleiten und schnelle, professionelle Hilfe anzubieten. Individuelle therapeutische Elemente können helfen, das Erlebte zu zu strukturieren, Trauer zu verarbeiten und aktuelle Belastungen zu kindern. Oft entlastet es Betroffene bereits, ihre Situation in geschütztem Rahmen in Worte zu fassen und den Kummer zuzulassen. Darüber hinaus werden vorhandene Ressourcen gestärkt und Bewältigungsstrategien gefördert. Belastende Gedanken wie „Da komme ich nie wieder raus.“ oder „Das kann ich nicht aushalten.“ werden in der Therapie bearbeitet und durch realistischere, hilfreiche Perspektiven ergänzt, sodass Zuversicht und Handlungsfähigkeit wieder wachsen.
Angst- und Panikstörungen
Angst ist ein normales, wichtiges Gefühl. Es mobilisiert Körper und Geist und hilft uns, in gefährlichen Situationen schnell zu reagieren. Bei manchen Menshen treten jedoch starke Angstsymptome auch in Situationen auf, die ursprünglich gar nicht gefährlich sind. Beispielsweise in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Brücken, in engen Räumen oder in sozialen Situationen, wie einem Vortrag. Angstzustände können dabei wie "aus heiterem Himmel" auftreten und körperlichen Symptomen (z.B. Schwindel, Übelkeit, Herzrasen, Atemnot) auslösen. Auch wenn die Befürchungen in solchen Momenten oft unverhältnismäßig sind, fühlen sie sich für die Betroffenen real und belastend an.
Häufig vermeiden Betroffene daraufhin Orte oder Situationen, in denen Angstanfälle aufgetreten sind. Ein Verhalten, das kurzfristig Erleichterung bringt, langfristig aber die Bewegungsfreiheit und das soziale Leben einschränkt. Außerdem entwcikelt sich manchmal eine "Angst vor der Angst", die das Vermeidungsverhalten weiter verstärkt.
Viele versuchen zunächst, die Angst allein zu bewältigen. Das ist verständlich, aber oft reicht es nicht aus. Psychotherapeutische Behandlungen beiten jedoch deutlich bessere Erfolgsaussichten. Für Angststörungen gibt es besonders starke Evidenz für die kognitive Verhaltenstherapie. Mithilfe von Techniken wie Angstbewältigungsübungen und - nach sorgfältiger Vorbereitung - schrittweiser, realitätsnaher Konfrontation mit den angstauslösenden Situationen lassen sich Ängste deutlich reduzieren. Die Therapie wird dabei individuell auf Ihre Bedürfnisse und Wünsche abgestimmt. Mögliche Therapieziele sind: Reduktion der Intensität und Häufigkeit von Angstanfällen und Angstreaktionen; Abbau von Vermeidungsverhalten; bessere Wahrnehmung der eigenen Bedürfnisse, Wünsche und Belastungsgrenzen; sowie das Erlernen von Entspannungs- und Bewältigungsstrategien.
Zwangsstörungen
Fast jede Person kennt wiederkehrende Gewohnheiten oder kleine Rituale aus dem Alltag. Bei einer Zwangsstörung ist das anders: Gedanken und/oder Handlungen nehmen so stark zu, dass sie Ihr Leben zunehmend bestimmen und deutlich leiden lassen.
Zwangsgedanken sind aufdringliche, unerwünschte Vorstellungen oder Bilder, die Sie als quälend oder sinnlos empfinden. Typische Inhalte sind zum Beispiel Angst vor Verschmutzung, die Sorge, jemandem aus Versehen Schaden zuzufügen, übertriebene Kontrollängste oder sehr unangenehme sexuelle bzw. aggressive Gedanken. Diese Gedanken sind für die Betroffenen meist fremd und beunruhigend — sie sagen nichts über Ihren Charakter aus. Häufig entstehen dadurch starke Spannungs- und Angstgefühle.
Zwangshandlungen sind wiederholte Verhaltensweisen oder innere Handlungen, mit denen Sie versuchen, die Angst oder die aufdringlichen Gedanken kurzfristig zu reduzieren — etwa mehrfaches Kontrollieren von Herd oder Türen, ständiges Händewaschen, bestimmte Zähl- oder Ordnungsrituale oder mentale Rituale (Gebete, Sätze „im Kopf wiederholen“). Kurzfristig bringen diese Handlungen Erleichterung, langfristig erhalten sie jedoch die Zwangssymptomatik und schränken den Alltag, die Arbeit und Beziehungen erheblich ein. Viele Betroffene erleben zudem Scham und ziehen sich zurück.
Im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung sollen die Zwangsgedanken und -handlungen langfristig reduziert werden. Schwerpunkt der Therapie bildet die sogenannte Exposition, bei der die Betroffenen mit denjenigen Reizen konfrontiert werden, die üblicherweise die Zwänge auslösen. Betroffene lernen so, die entstehende unangenehme Anspannung auszuhalten, ihre Befürchtungen im realen Alltag zu überprüfen und anders mit den zwangsauslösenden Reizen umzugehen. Auch Techniken zur Spannungsreduktion wie das Erlernen eines Entspannungsverfahrens oder der Aufbau eines gesunden Bewegungsverhaltens können helfen, die Zwangssymptomatik langfristig zu reduzieren.
Traumata
siehe Traumatherapie
Essstörungen
Unter Essstörungen werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, bei denen das Essverhalten und das Verhältnis zum eigenen Körper stark gestört sind. Zu den häufigsten Formen gehören Anorexia nervosa (Magersucht), Bulimia nervosa (Ess- und Brechsucht) und die Binge-Eating-Störung (wiederholte Essanfälle ohne Gegenmaßnahmen).
Bei der Anorexia nervosa steht die Angst vor Gewichtszunahme im Mittelpunkt. Betroffene beschränken häufig die Nahrungsaufnahme stark, üben übermäßigen Sport aus oder nutzen andere Maßnahmen (z. B. Abführmittel, Erbrechen), wodurch es zu erheblichem Gewichtsverlust kommen kann. Typisch sind eine verzerrte Körperwahrnehmung („Ich bin zu dick.“ trotz starkem Untergewicht) und körperliche Folgen wie Schwäche, Hormonstörungen, Herz-Kreislauf-Probleme, Osteoporose und Elektrolytstörungen. In der Behandlung steht zunächst die medizinische Abklärung und Stabilisierung im Vordergrund (z. B. Gewicht, Herz- und Elektrolytstatus). Ernährungsaufbau, ärztliche Begleitung und spezialisierte Psychotherapie (bei jüngeren Menschen z. B. familienbasierte Ansätze, bei Erwachsenen häufig spezielle kognitive Verfahren) sind zentrale Bausteine. Langfristig werden Essverhalten, Körperbild und soziale Kompetenzen bearbeitet.
Bei Bulimie wechseln sich wiederkehrende Essanfälle - in denen große Mengen gegessen werden und ein Kontrollverlust erlebt wird - mit kompensatorischen Maßnahmen wie selbstinduziertem Erbrechen, Missbrauch von Abführmitteln, exzessivem Sport oder Fasten ab. Betroffene fühlen oft Scham und versuchen, das Verhalten zu verbergen. Medizinisch relevant sind Folgen wie Elektrolytstörungen, Zahn- und Speiseröhrenschäden, Magen-Darm-Probleme und Herzrhythmusstörungen.
Therapeutisch stehen psychotherapeutische Verfahren (insbesondere kognitive Verhaltenstherapie, die auf das Muster aus Essanfällen und Gegenmaßnahmen abzielt) im Vordergrund, begleitend ist ärztliche Kontrolle der körperlichen Folgen wichtig. Ziel ist, den Teufelskreis zu durchbrechen, Essanfälle zu reduzieren und gesunde Strategien zu entwickeln.
Bei der Binge-Eating-Störung treten wiederum wiederholt Essanfälle mit Kontrollverlust auf, ohne dass regelmäßig Gegenmaßnahmen erfolgen. Viele Betroffene erleben belastende Gefühle wie Scham, Schuld oder Antriebslosigkeit. Häufig bestehen Übergewicht und daraus resultierende gesundheitliche Risiken (z. B. Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen), aber Übergewicht ist nicht zwingend bei allen Betroffenen vorhanden. Behandlungsschwerpunkte sind die Normalisierung des Essverhaltens, die Regulation des Essrhythmus und Stressbewältigung. Verhaltenstherapeutische Verfahren (z. B. kognitive Verhaltenstherapie) haben gute Evidenz, Selbstbeobachtung (z. B. Essprotokolle) und Strategien zur Emotionsregulation sind dabei oft hilfreich. Auch hier ist eine ärztliche Begleitung zur Behandlung körperlicher Folgeerkrankungen wichtig.
Persönlichkeitsstörungen
Menschen mit einer Persönlichkeitsstörung zeigen über einen längeren Zeitraum hinweg wiederkehrende Muster im Denken, Fühlen, Wahrnehmen und Verhalten. Diese Muster unterscheiden sich deutlich von dem, was im jeweiligen sozialen Umfeld üblich ist und können das Leben der Betroffenen erheblich beeinflussen. Häufig führen sie zu Schwierigkeiten im zwischenmenschlichen Bereich, etwa beim Aufbau und Erhalt stabiler Beziehungen oder im beruflichen Alltag. Wichtig ist dabei: Die Übergänge zwischen einer „normalen“ Persönlichkeit, einem ausgeprägten Persönlichkeitsstil und einer Persönlichkeitsstörung sind fließend. Entscheidend für die Einordnung ist vor allem, ob die betroffene Person selbst oder ihr Umfeld deutlich unter diesen Mustern leidet und ob es zu spürbaren Einschränkungen im Alltag kommt. Menschen mit einem auffälligen Persönlichkeitsstil, die sozial gut integriert sind, ihre Mitmenschen nicht übermäßig belasten und selbst kaum Leid empfinden, leiden in der Regel nicht an einer Persönlichkeitsstörung.
Persönlichkeitsmerkmale gelten zwar als relativ stabil, sie sind jedoch nicht unveränderlich. Moderne Diagnosesysteme betrachten Persönlichkeitsstörungen deshalb nicht mehr ausschließlich als starre Kategorien, sondern berücksichtigen das Ausmaß der Beeinträchtigung sowie charakteristische Persönlichkeitszüge. Dies ermöglicht eine individuellere Einschätzung und Behandlung.
In der Therapie geht es vor allem darum, belastende Muster zu erkennen und schrittweise zu verändern. Betroffene lernen, ihr eigenes Verhalten besser zu verstehen, Zusammenhänge zwischen Gedanken, Gefühlen und Handlungen zu erkennen und die Folgen ihres Verhaltens realistisch einzuschätzen. Darauf aufbauend werden neue Wege erarbeitet, um in schwierigen oder konflikthaften Situationen anders zu reagieren und langfristig mit weniger negativen Konsequenzen konfrontiert zu sein. Ziel ist es, neue Fertigkeiten zu entwickeln, die insbesondere im Umgang mit anderen Menschen helfen und den Alltag erleichtern.
Je nach Art und Ausprägung der Persönlichkeitsstörung können zusätzliche, spezifische Therapieziele im Vordergrund stehen. So liegt beispielsweise bei einer Borderline-Persönlichkeitsstörung ein besonderer Schwerpunkt auf der Reduktion selbstschädigender Verhaltensweisen und dem Erlernen alternativer Strategien, um starke innere Anspannung zu regulieren. Insgesamt wird die Behandlung individuell an die Bedürfnisse der Betroffenen angepasst. Psychotherapeutische Verfahren haben gezeigt, dass sie helfen können, Symptome zu verringern, Beziehungen zu stabilisieren und die Lebensqualität deutlich zu verbessern. Unterstützung anzunehmen ist dabei ein wichtiger Schritt - Veränderung ist möglich, auch wenn sie Zeit und Geduld erfordert.
Schmerzsyndrome
Schmerzen können sehr unterschiedliche Formen annehmen. Man unterscheidet grundsätzlich zwischen akuten und chronischen Schmerzen. Akute Schmerzen haben meist eine erkennbare Ursache (z. B. eine Verletzung oder eine akute Erkrankung wie eine Grippe) und sollen als Warnsignal gesehen werden. Chronische Schmerzen bestehen dagegen, wenn Schmerzen über mindestens drei Monate andauern oder immer wiederkehren. Dann werden sie oft selbst zum eigenen Problem und benötigen eine eigene Abklärung und Behandlung.
Bei chronischen Schmerzen spielt oft das Zusammenspiel von Körper und Seele eine wichtige Rolle. Wenn in diesem Zusammenhang von psychosomatischen Einflüssen gesprochen wird, erleben Betroffene dies manchmal als verunsichernd oder missverständlich. Wichtig ist: Psychosomatisch bedeutet keinesfalls, dass Schmerzen „eingebildet“ sind. Die Beschwerden sind real und können sehr belastend sein. Der Begriff beschreibt vielmehr, dass körperliche Prozesse und seelische Belastungen sich gegenseitig beeinflussen. Stress, Sorgen oder anhaltende Belastungen können zum Beispiel dazu beitragen, dass Schmerzen intensiver wahrgenommen werden oder länger anhalten. Umgekehrt können positive Erfahrungen oder Entlastung dazu führen, dass Schmerzen vorübergehend weniger stark empfunden werden. Häufig entwickelt sich im Verlauf eine erhöhte Schmerzempfindlichkeit, die den Alltag zusätzlich erschwert.
Viele Menschen mit chronischen Schmerzen versuchen verständlicherweise, sich zu schonen und belastende Situationen zu vermeiden. Nicht selten ziehen sich Betroffene dadurch aus dem sozialen Leben zurück. Gleichzeitig können anhaltende Schmerzen die Stimmung belasten und Ängste oder depressive Symptome begünstigen. Bestehen die Beschwerden über längere Zeit, kann außerdem der Wunsch nach schneller Linderung zu einem verstärkten Gebrauch von Schmerzmedikamenten führen, was wiederum neue Herausforderungen mit sich bringen kann.
Im Rahmen einer begleitenden psychotherapeutischen Behandlung können Betroffene lernen, besser mit den Schmerzen umzugehen und wieder mehr Lebensqualität zu gewinnen. Bewährt haben sich unter anderem Entspannungsverfahren, die helfen können, das Nervensystem zu beruhigen und Schmerzen weniger überwältigend zu erleben. Auch Methoden wie Hypnotherapie können eingesetzt werden, um die Wahrnehmung von Schmerzen positiv zu beeinflussen. Eine enge Zusammenarbeit mit ärztlichen Fachpersonen ist dabei besonders wichtig, um körperliche und seelische Aspekte gleichermaßen zu berücksichtigen und die Behandlung individuell abzustimmen.'Aufgrund unserer vielfältigen Kooperationen sind Sie bei uns in besten Händen!
Fehlendes Selbstvertrauen und soziale Ängstlichkeit
Soziale Ängstlichkeit wird als soziale Phobie bezeichnet, wenn die Angst vor negativer Bewertung durch andere so stark ist, dass soziale Situationen vermieden oder nur mit großer Anstrengung bewältigt werden. Betroffene erleben häufig die Befürchtung, beobachtet, beurteilt oder kritisiert zu werden. Typische Situationen sind z. B. Vorträge halten, Essen oder Trinken in der Öffentlichkeit sowie Telefonieren oder Schreiben vor anderen. Die Angst wird dabei als sehr real und belastend erlebt. Durch Vermeidung kann es zu Einschränkungen im Alltag und zu einem chronischen Verlauf kommen, weshalb eine frühe Behandlung hilfreich ist.
Als besonders wirksam gilt die kognitive Verhaltenstherapie. Zu Beginn der Behandlung geht es darum zu verstehen, wie soziale Ängste entstehen und warum Vermeidungs- und Sicherheitsverhalten die Angst aufrechterhalten. Im weiteren Verlauf werden Betroffene dabei unterstützt, sich den angstauslösenden Situationen schrittweise zu stellen. Häufig wird hierfür eine Angsthierarchie erstellt, in der soziale Situationen nach ihrem persönlichen Schwierigkeitsgrad geordnet werden.
Ein zentrales Element der Behandlung ist zudem die sogenannte Exposition (Reizkonfrontation). Dabei begegnen Betroffene den angstauslösenden Situationen zunächst in leichteren, später in zunehmend schwierigeren Varianten. Ziel ist es, zu erleben, dass die befürchteten Konsequenzen meist ausbleiben oder deutlich weniger belastend sind. Ergänzend können Entspannungsverfahren sowie der Umgang mit belastenden Gedanken erlernt werden. So gelingt es vielen Betroffenen, ihre Angst zu reduzieren und wieder mehr Sicherheit und Freiheit im sozialen Alltag zu gewinnen.
Abhängigkeitserkrankungen und schädlicher Substanzgebrauch
Abhängigkeitserkrankungen können unterschiedliche Formen haben. Man unterscheidet zwischen stoffgebundenen Abhängigkeiten, etwa von Alkohol, Medikamenten oder anderen Drogen, und nicht-stoffgebundenen Abhängigkeiten wie zum Beispiel Glücksspiel. Eine Abhängigkeit entwickelt sich meist schleichend und oft über einen längeren Zeitraum.
Häufig wird ein Suchtmittel oder bestimmtes Verhalten zunächst genutzt, um sich besser zu fühlen oder belastende Gefühle wie Stress, Traurigkeit oder innere Anspannung kurzfristig zu lindern. Mit der Zeit kann sich der Konsum jedoch verselbstständigen: Andere Interessen, Beziehungen oder Verpflichtungen treten in den Hintergrund. Typische Merkmale einer Abhängigkeit sind ein starkes Verlangen, Schwierigkeiten, den Konsum zu kontrollieren, eine zunehmende Gewöhnung sowie körperliche oder seelische Entzugserscheinungen. Diese Entwicklungen können sehr belastend sein und das Gefühl von Kontrollverlust verstärken.
Von schädlichem Substanzgebrauch spricht man, wenn der Konsum bereits körperliche oder psychische Probleme verursacht, zum Beispiel depressive Verstimmungen oder andere gesundheitliche Beschwerden. Dies ist ein wichtiges Warnsignal und ein guter Zeitpunkt, Unterstützung in Anspruch zu nehmen.
In der Behandlung geht es nicht nur um Verzicht, sondern vor allem darum, das eigene Suchtverhalten im Zusammenhang mit der persönlichen Lebensgeschichte zu verstehen. Gemeinsam wird erarbeitet, welche Funktionen das Suchtmittel oder Verhalten erfüllt hat, etwa Entlastung, Entspannung oder Zugehörigkeit. Ziel ist es, gesunde Alternativen zu entwickeln, um diese Bedürfnisse zu erfüllen. Psychotherapeutische Unterstützung - oft in enger Zusammenarbeit mit ärztlichen Fachpersonen - kann helfen, die Krankheitsfolgen zu bewältigen und Schritt für Schritt ein stabiles, suchtmittelfreies Leben mit mehr Lebensqualität aufzubauen.
ADHS
AD(H)S ist eine neurobiologische Besonderheit, die nicht nur Kinder betrifft, sondern auch viele Erwachsene. Bei Erwachsenen werden typische Symptome wie Konzentrationsprobleme, Impulsivität und innere Unruhe nicht immer sofort erkannt. Viele lernen über Jahre, ihre Schwierigkeiten zu kompensieren oder zu verbergen, sodass AD(H)S oft spät oder gar nicht diagnostiziert wird.
Bei Erwachsenen werden typische Symptome wie Konzentrationsschwierigkeiten, Impulsivität und innere Unruhe oft über Jahre hinweg kompensiert oder überspielt. Viele Menschen haben Strategien entwickelt, mit denen sie ihre Schwierigkeiten verbergen, sodass AD(H)S nicht immer sofort erkannt wird und manchmal anderen Diagnosen zugeordnet wird. Trotzdem können die Belastung und der Leidensdruck groß sein und AD(H)S geht häufig mit anderen psychischen Problemen wie Angststörungen, Depressionen oder Sucht einher.
Im Alltag zeigt sich AD(H)S bei Erwachsenen häufig durch innere oder motorische Unruhe, das Gefühl ständiger Hektik, kreisende Gedanken sowie Probleme bei Planung, Organisation und dem Behalten des Überblicks. Viele Betroffene fühlen sich schnell überfordert. Gleichzeitig gehören bei vielen Menschen mit AD(H)S auch besondere Stärken wie Kreativität, Flexibilität oder ein hohes Maß an Sensibilität -Eigenschaften, die in passenden Rahmenbedingungen sehr nützlich sein können.
Die Behandlung kann medikamentöse und psychotherapeutische Bausteine umfassen. Die Entscheidung für oder gegen Medikamente wird individuell, nach Aufklärung und ärztlicher Begleitung getroffen. Psychotherapeutische Ansätze - insbesondere verhaltenstherapeutische Konzepte und strukturierende Interventionen - helfen, Alltagsstrategien, Organisationsfertigkeiten und Selbstregulation zu verbessern.
In unserer Praxis bieten wir eine sehr fundierte Diagnostik an, um AD(H)S präzise zu identifizieren und individuell zugeschnittene Therapieansätze zu entwickeln.
Zusätzlich bieten wir ein spezielles Gruppenangebot an, das in sechs Sitzungen zentrale Themen wie Psychoedukation, Impulskontrolle, die Auswirkungen von ADHS auf Beziehungen und die Stärkung des Selbstwerts beinhaltet. Dieses bewährte Gruppenangebot schafft einen sicheren Raum, sich austauschen und von Erfahrungen zu profitieren und individuelle Lösungen entwickeln können, um den Alltag mit AD(H)S besser zu bewältigen und die eigenen Stärken zu nutzen.
Ergänzend können Einzelsitzungen zur Vertiefung der Inhalte und individuelle Abstimmungen wahrgenommen werden.
Trans*
In unserer Praxis bieten wir einen Raum, in dem Menschen mit Offenheit, Respekt und Empathie begegnet wird. Trans*, nicht-binäre und genderqueere Personen sind bei uns ausdrücklich willkommen – mit all ihren Erfahrungen, Fragen und Bedürfnissen. Wir wissen, dass der Weg zur Selbstfindung und zur Selbstakzeptanz mitunter herausfordernd sein kann, insbesondere in einer Gesellschaft, die oft heteronormativ geprägt ist. Deshalb ist es uns ein besonderes Anliegen, Ihnen auf ihrem individuellen Weg unterstützend zur Seite zu stehen. Der emotionsbezogene Schwerpunkt unserer therapeutischen Arbeit bietet auch die Möglichkeit, sich den Gefühlen zu zuwenden, die vielleicht schon einen großen Raum eingenommen haben oder z.B. den Prozess der Identitätsfindung und -bildung begleiten.
Unser Angebot ist als geschlossenes therapeutisches Setting konzipiert, das sowohl Gruppensitzungen als auch begleitende Termine im Einzelsetting umfasst. Die Teilnahme erfolgt verbindlich über einen festgelegten Zeitraum, um eine kontinuierliche und tragfähige therapeutische Begleitung zu ermöglichen. In einem geschützten Rahmen bieten wir Gelegenheit für persönliche Reflexion, Wissensvermittlung und gegenseitigen Austausch. Die Gruppen verbinden psychoedukative Elemente mit psychotherapeutischer Arbeit und widmen sich unter anderem Themen wie dem Umgang mit Geschlechtsdysphorie, der Stärkung des Selbstwertgefühls, dem Erleben von Zugehörigkeit sowie dem Umgang mit diskriminierenden und transfeindlichen Erfahrungen. Einzelgespräche dienen der vertieften individuellen Bearbeitung persönlicher Themen und begleiten die Gruppenprozesse bedarfsgerecht.
In der therapeutischen Arbeit widmen wir uns nicht nur der individuellen Identitätsentwicklung, sondern auch den Herausforderungen, die trans* Menschen häufig begegnen – sei es im sozialen Umfeld, im beruflichen Kontext oder innerhalb des medizinischen Systems. Themen wie Diskriminierung, Marginalisierung oder Selbstzweifel können belastend wirken und werden von uns sensibel und auf Augenhöhe begleitet. Unser Ziel ist es, Menschen vor allem in ihrer Selbstwirksamkeit zu stärken und ihnen zu helfen, tragfähige Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Ein weiterer Bestandteil unseres Angebots ist die fachliche Aufklärung und therapeutische Auseinandersetzung mit verschiedenen Aspekten der Transition sowie möglichen geschlechtsangleichenden Maßnahmen – wie etwa Hormonbehandlungen oder operativen Eingriffen. Unser Bestreben ist es, Wissen zu vermitteln, Entscheidungsprozesse zu begleiten und individuelle Fragen im geschützten Rahmen zu besprechen. Darüber hinaus erfolgt im Rahmen des therapeutischen Prozesses und bei Bedarf bei allen teilnehmenden Personen eine individuelle Prüfung der Indikation für geschlechtsangleichende medizinische Maßnahmen, orientiert an den aktuellen fachlichen Leitlinien (z. B. S3-Leitlinie Geschlechtsinkongruenz, Geschlechtsdysphorie und Trans-Gesundheit). Dabei ist es wichtig zu betonen, dass die Teilnahme am Gruppenangebot keineswegs automatisch zur Ausstellung einer Indikation führt. Vielmehr steht der persönliche Bedarf im Vordergrund und es erfolgt eine sorgfältige, individuelle Einschätzung im therapeutischen Dialog.
Ergänzend dazu bieten wir eine offene Sprechstunde für trans* Menschen und Angehörige* an. Dieses niedrigschwellige Angebot richtet sich an alle, die erste Fragen haben, sich orientieren möchten oder nach einem sicheren Rahmen für Austausch und Unterstützung suchen – unabhängig davon, ob bereits eine therapeutische Anbindung besteht. Auch Angehörige, die Begleitung oder Informationen im Umgang mit einer trans* nahestehenden Person benötigen, sind herzlich willkommen. Sie sind herzlich willkommen, Termine über unsere Webseite zu erfragen.
Unser gesamtes therapeutisches Angebot ist getragen von dem Verständnis, dass jede trans* Biografie einzigartig ist. Wir begegnen jeder Person mit Respekt für ihre individuelle Geschichte und schaffen Raum, um persönliche Themen, Wünsche und Unsicherheiten gemeinsam zu reflektieren. Dabei ist es uns wichtig, einen diskriminierungssensiblen und affirmativen Ansatz zu verfolgen, der nicht pathologisiert, sondern stärkt – psychisch, emotional und sozial.
Wir laden Sie herzlich ein, mit uns in Kontakt zu treten – sei es für ein erstes Kennenlernen, zur Terminvereinbarung oder bei konkreten Fragen. Ihre Identität verdient Anerkennung und Unterstützung – bei uns sind Sie damit genau richtig.
Gruppenangebot trans* - Anleiter:in: Psych., M.Sc. Jasper Wirtz und Psych., M. Sc . Susanna Wenzel, 5 Termine, ab Januar 2026.
Die Gruppe richtet sich an trans* Personen, die Unterstützung im Umgang mit ihren Erfahrungen und den damit verbundenen Herausforderungen im Alltag suchen.
Weitere Infos zum Gruppenangebot finden Sie im Flyer.
Die Anmeldung ist offen!