Verhaltenstherapie

Die Verhaltenstherapie ist (neben der Psychoanalyse und der tiefenpsychologischen Therapie) eines der drei von den Krankenkassen anerkannten Psychotherapieverfahren. Diese Therapieform beruht auf lerntheoretischen Erkenntnissen darüber, wie man Verhalten erlernt, es verändert und/oder verlernt wird. Mit Verhalten ist aber nicht nur das äußerlich sichtbare Verhalten gemeint, sondern auch Gedanken, Gefühle und Körperempfindungen einer Person.


So können die aktuelle Lebenssituation, die Beziehungen zu wichtigen Angehörigen, Schwächen und Stärken sowie die Art, sich und die Umwelt wahrzunehmen aber auch die Erfahrungen in der Lebensgeschichte thematisiert werden und im späteren Behandlungsverlauf eine wichtige Grundlage für Veränderungen darstellen. Gemeinsam erarbeiten wir Annahmen über die Ursachen des Problemverhaltens: z.B. sind Panikattacken in Trennungssituationen entstanden, nach langer Unzufriedenheit und Unsicherheit über die partnerschaftliche Situation. Die Panikattacken binden kurzzeitig den Partner und lenken von den eigentlichen Schwierigkeiten in der Beziehung ab. Sie geben vielleicht auch die Möglichkeit mehr Zuwendung vom Partner zu erhalten und die Trennung damit aufzuschieben. Dieser "belohnende" Effekt trägt mitunter dazu bei, dass die Panikattacken besonders in oder nach Auseinandersetzungen mit dem Partner auftreten.

Nachdem einzelne Problembereiche erkannt und thematisiert sind, werden gemeinsam realistische und erreichbare Ziele aufgestellt. Beispiele für Ziele sind selbstsicherer werden, im Kontakt mit anderen eigene Bedürfnisse äußern können, entspannen können, Arbeit und Freizeit besser zu organisieren, eigene Gefühle besser verstehen und ausdrücken lernen, bei Stress und Konflikten angemessen reagieren, etc.


Sie sehen, die Behandlung wird sehr individuell geplant und vor Allem ist Ihre aktive Mitarbeit gefragt. Dazu gehören z.B. Selbstbeobachtungen, Gedankenprotokolle, Übungen, etc. Ein weiterzuführender und wichtiger Teil der Therapie sind die intensiven Gespräche über die Bedeutung der Probleme, den eigenen Anteil daran sowie die Situation, in der die Probleme entstanden sind. Dabei gilt es ungünstige Gedanken- und Verhaltensmuster zu erkennen und diese durch hilfreichere zu ersetzen. Der therapeutische Prozess besteht also in erster Linie aus dem Neulernen angemessener oder dem Umlernen ungünstiger Denk- und Verhaltensweisen.


Zusätzliche Behandlungselemente fokussieren die Hintergrunde von entstandenen Problemen. Zu nennen sind dort zum Beispiel Entspannungstraining (Progressive Muskelentspannung), Strukturierung des Tagesablaufes mit genügend Pausen für die Erholung oder ein Stressbewältigungstraining.


All das soll Ihnen helfen, ein zufriedeneres Leben zu fuhren und besser mit schwierigen Situationen umzugehen. Weitere Methoden sollen Ihnen dann die Möglichkeiten geben, in der Therapie Besprochenes dann auch praktisch im Alltag umzusetzen.