Das Erstgespräch

Das Erstgespräch mit seinen 50 Minuten hat für viele Menschen eine besondere Bedeutung. Einerseits ist es wichtig einen ersten Eindruck vom Therapeuten/der Therapeutin und auch der Praxis zu erhalten. Andererseits soll aber auch der Therapeut/die Therapeutin eine Möglichkeit erhalten, sich einen ersten Überblick über das Therapieanliegen zu verschaffen. Dabei prüft auch der Therapeut/In die eigenen Kompetenzen, bzw. ob das Therapieverfahren das Richtige für die geschilderte Erkrankung ist.

Am Ende des Gespräches entscheiden beide Gesprächspartner darüber wie/ob und auf welche Art soll es weitergehen. Gibt es einen Folgetermin oder lassen sich beide über die Dauer der 5 sogenannten probatorischen Sitzungen Zeit mit der jeweiligen Entscheidung. Oft wünschen sich auch die Klienten/Patienten eine Rückmeldung darüber, welche Erkrankung eigentlich wirklich vorliegt und wie lange eine Therapie vermutlich dauert.


Insgesamt macht es daher Sinn, das Gespräch zu strukturieren, wobei es manchmal im therapeutischen Alltag auch sinnvoll sein kann, sich nicht an diese Struktur zu halten. Das kann z.B. der Fall sein, wenn die vorliegende Erkrankung es nicht zulasst, sich 50 Minuten zu konzentrieren. In einigen Erstgesprächen kann daher auch ein anderer Gesprächsverlauf entstehen - meist geschieht das in Rücksprache mit dem Klienten/Patienten.


Im allgemeinen Verlauf hat sich im Therapiealltag folgende Strukturierung bewahrt:


1) Im ersten Drittel ist Zeit dafür, zu beschreiben, was das Therapieanliegen ist; in welchen Bereichen und wann Symptome und Beschwerden entstanden sind und ob es Ideen gibt, welche Auslöser es vermutlich gab.


2) Manchmal schließt sich das zweite Drittel nahtlos an. In dieser Phase versucht der Therapeut/die Therapeutin sich einen genaueren Überblicke durch zusätzliche Fragen zu verschaffen. Manchmal berichten Klienten/Patienten, dass sie sich, als ein bisschen "wie beim Arzt" befragt, erleben.

Tatsächlich ist oft sehr wichtig, sich diese Zusatzinformationen einzuholen, z.B. ob es organische Erkrankungen gibt, die Einfluss auf die Erkrankung haben können; oder ob es eine familiäre Vorbelastung gibt; ob es bereits einen Selbstmordversuch gab bzw. aktuell Gedanken an den Tod bestehen, welche Substanzen (Alkohol, Drogen Zigaretten, Medikamenten, usw.) eingenommen werden.

Aus dem Gesamtbild der Informationen werden zusätzlich Entscheidungen darüber getroffen, ob es hilfreich ist zusätzliche Fragebogen einzusetzen, um die genaue Diagnose abzuklären oder ob ein ärztlicher Kollege/eine ärztliche Kollegin aufgesucht werden sollten.


3) Im letzten Drittel soll Zeit für Fragen des Klienten/des Patienten sein.

Dabei interessiert viele z.B. die Frage nach der möglichen Dauer der Behandlung, welche Rahmenbedingungen es zu erfüllen gibt, ob das Therapieverfahren hilft, ob der Therapeut/die Therapeutin kompetent ist. Natürlich ist auch entscheidet, ob sich die Gesprächspartner miteinander wohl fühlen, eine tragfähige therapeutische Beziehung entstehen kann. Manchmal macht es Sinn sich Zeit zu nehmen, um z.B. noch bei anderen Therapeuten/Therapeutinnen Erstgespräche zu fuhren. Man wird sich eine Zeit begleiten und an dem Therapieanliegen arbeiten. Ist über eine Zusammenarbeit bereits entschieden,


wird ein neuer Termin vereinbart/werden feste Termine vereinbart. Oft erhalten Klienten/Patienten am Ende des Erstgespräches bereits Fragebogen, die helfen sollen, eine genaue Diagnostik durchzuführen.

Insgesamt besteht die Möglichkeit 5 probatorische Sitzungen bei dem jeweiligen Therapeuten/der jeweiligen Therapeutin in Anspruch zu nehmen. In der Zeit sollten zum Einen geprüft werden, ob das mitgebrachte Anliegen therapiebedürftig/-relevant ist und zum Anderen ob eine gemeinsame Arbeit zwischen PatientIn und TherapeutIn möglich ist aber auch eine Menge Formalitäten bearbeitet werden. Dabei wird der Klient/ Patient anfangs um Mithilfe gebeten und z.B. einen sogenannten Lebensfragebogen und ergänzende Fragebogen zu bearbeiten.


Wir unterstützen Sie gern dabei!