Neues Kostenübernahmeverfahren: ambulante Psychotherapie in Privatpraxen bei Soldaten

Seit dem 16. September 2013 besteht eine neue Vereinbarung zwischen der Bundespsychotherapeutenkammer und dem Bundesministerium für Verteidigung. Im Rahmen dieser Vereinbarung ist es Soldaten nun möglich, in Privatpraxen behandelt zu werden.


Wir rechnen nach der üblichen Gebührenordnung für Psychotherapeuten (GOP, Ziffer 870; 2,3facher Satz für 50 min Verhaltenstherapie) ab. Das Honorar wird jedoch nur in begründeten Ausnahmefällen für Sie vollständig übernommen. Bitte beachten Sie daher, dass Sie immer mit einer Zuzahlung pro Sitzung von wenigen Euro rechnen sollten – es sei denn einem Ausnahmeantrag auf eine höhere Kostenübernahme seitens der Bundeswehr wird stattgegeben. Üblicher Weise erstattet Ihr Dienstherr jedoch den 2,2-fachen Satz, weshalb der oben genannte Eigenanteil entsteht.

Die folgende Zusammenfassung soll Ihnen einen Überblick über die notwendigen Schritte für ein Kostenübernahmeverfahren geben:

  • 1. Machen Sie bitte unbedingt einen Termin beim Wehrpsychiater, da es auch hier lange Wartezeiten gibt. FU6B – Tel. 040-694726300 (für den Standort Hamburg)

  • 2. Ausstellung eines Überweisungsscheins und des Sanitätsvordrucks „Kostenübernahmeerklärung“ durch Ihren Truppenarzt. Achten Sie bitte mit dem Arzt darauf, dass der Überweisungsschein ausreichend lange Gültigkeit besitzt. Pro Woche findet eine Sitzung statt, eventuell liegt in dem Zeitraum ein Feiertag oder Urlaub. D.h. bei 5 probatorischen Sitzungen muss die Überweisung mindestens 5 Wochen Gültigkeit besitzen.

  • 3. Bringen Sie bitte zum ersten Termin diesen Überweisungsschein sowie den Sanitätsvordruck „Kostenübernahmeerklärung“ mit. Darüber werden dann die Probatorik-Sitzungen (5 Einzeltermine) abgerechnet.

  • 4. Antragstellung auf 25 Therapiesitzungen:
    Nach den fünf probatorischen Sitzungen können wir über die Praxis einen Antrag auf Kostenübernahme von 25 Therapiestunden stellen. Der Antrag enthält die Diagnose des Soldaten, die Indikation sowie die Therapieziele.

  • 5. Der Truppenarzt stellt nun einen Behandlungsausweis aus, welcher gleichzeitig die Genehmigung der Psychotherapie sowie Kostenübernahmeerklärung ist. Wie bereits oben beschrieben übernimmt die Bundeswehr in der Regel die Kosten in Höhe des 2,2-fachen Satzes.

  • 6. Antrag auf Verlängerung:
    Wenn mehr als 25 Therapiesitzungen nötig sind, muss dies dem Truppenarzt spätestens nach der 20. Sitzung mitgeteilt werden. Zudem fertigt der Psychotherapeut einen ausführlichen Bericht (an den Gutachter) an, welcher von der zuständigen Stelle der Bundeswehr genehmigt werden muss, um die Therapie fortzusetzen.