Traumata/ Posttraumatische Belastungsstörung

Schätzungen zufolge erkranken zwei bis sieben Prozent der Bevölkerung einmal im Leben an einer sogenannten Posttraumatischen Belastungsstörung. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer.
Eine Posttraumatische Störung entsteht immer als Reaktion auf ein traumatisches, belastendes Ereignis. Ursachen können körperliche Gewalt (Folter, Gefangenschaft, etc.), Krieg, Terroranschlag, Naturkatastrophen, ein schwerer Unfall oder eine belastende Diagnose einer ernstzunehmenden Krankheit sein. Betroffenen muss nicht unbedingt selbst dieses Ereignis wiederfahren sein, sie können auch nur Beobachter gewesen sein. Die Folgen treten in der Regel Wochen bis Monate nach dem traumatischen Ereignis auf.
Nicht jeder, dem ein traumatisches Ereignis wiederfahrt erkrankt in Folge. Vielmehr spielen auch weitere Faktoren, wie zum Beispiel die Genetik oder die generelle psychische Belastbarkeit eine wichtige Rolle, ob es zum Ausbruch der Krankheit kommt.
Die Posttraumatische Belastungsstörung ist von der sogenannten akuten Belastungsreaktion abzugrenzen. Diese Reaktion tritt mit den Symptomen unmittelbar nach dem Ereignis auf und klingt in der Regel nach einigen Tagen wieder ab. Die Posttraumatische Belastungsstörung hingegen tritt erst zeitverzögert auf und die Beschwerden halten über einen längeren Zeitraum an.

Symptome können vielfältig und unterschiedlich stark ausgeprägt sein:

  • aufdringliche, belastende Gedanken
  • Albträume, Tagträume
  • sozialer Rückzug
  • gezielte Vermeidung von Situationen, die an das Trauma erinnern
  • Unvermögen, die belastenden Gedanken zu verbannen
  • depressive Stimmung (Lustlosigkeit, Gleichgültigkeit, Teilnahmslosigkeit)
  • Schlafstörungen
  • Angststörungen
  • Konzentrationsschwäche
  • Reizbarkeit oder Schreckhaftigkeit
  • Erschöpfung und Müdigkeit
  • Angespanntheit
  • Depression

Therapie

Für Betroffene ist es besonders wichtig, eine möglichst zeitnahe Therapie zu erhalten, damit sich die Beschwerden nicht chronifizieren.
Die kognitive Verhaltenstherapie erweist sich als besonders wirksam bei der Aufarbeitung des Traumatas.
Zu Anfang wird zunächst der Betroffene umfangreich über die Störung, ihre Entstehung sowie den Ablauf der Therapie informiert. Das Gefühl von Sicherheit wird wieder hergestellt. So kann eine Erklärung für die Symptome des Patienten gegeben werden und der Therapeut verhilft dem Betroffenen, die Störung als etwas Normalisiertes zu verstehen und die belastenden Gedanken des Ereignisses zu kontrollieren.
Wurde ein vertrauenswürdiges Verhältnis zwischen Therapeut und Patient aufgebaut, und konnte der Betroffene soweit stabilisiert werden, kann die eigentliche Auseinandersetzung mit dem Trauma beginnen. Betroffene werden gezielt mit dem Trauma konfrontiert, indem immer wieder das traumatische Erlebnis gedanklich wieder erleben. Oft haben Betroffene Probleme sich genau an das Geschehene zu erinnern. In der Therapie wird versucht, die einzelnen Gedächtnisfetzen wieder zu einem Ganzen zusammen zusetzen. Ziel ist es, das Erlebnis als etwas aus der Vergangenheit zu verstehen, das nicht die Gegenwart beherrscht.
Im letzten Schritt der Therapie geht es darum, dass Trauma als etwas aus der persönlichen Vergangenheit anzusehen und sich damit auszusohnen. Dabei finden auch Wut und Trauer ihren Platz. Ziel der Therapie ist es dann, den weiteren Lebensweg zu planen und zu gestalten.