Schmerzen

Schmerzen kennt jeder von uns. Vielfältig sind die eigenen Erfahrungen, meist klingen die Beschwerden jedoch nach kurzer Zeit wieder ab.
Die internationale Schmerzgesellschaft definiert Schmerz als: "... ein unangenehmes Sinnes- und Gefühlserlebnis, das mit aktueller oder potenzieller Gewebeschädigung verknüpft ist oder mit Begriffen einer solchen Schädigung beschrieben wird".
In Deutschland sind schätzungsweise drei Millionen Menschen von chronischen Schmerzen betroffen. Am häufigsten werden Kopfschmerzen genannt, gefolgt von Gelenk- und Rückenschmerzen.
Schmerzen lassen sich in akute Schmerzen und chronische Schmerzen unterteilen.
Bei akuten Schmerzen ist die Ursache eindeutig erkennbar und kann gezielt behandelt werden. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn man eine Verletzung oder eine andere Erkrankung, wie zum Beispiel Grippe, hat.
Chronischen Schmerzen stellen bei anhaltendem Auftreten nach 3 Monaten eigenes Krankheitsbild dar. Die ursprünglichen Ursachen sind meist nicht mehr feststellbar oder nicht (mehr) vorhanden und dadurch auch nicht mehr behandelbar. In der Therapie arbeitet man oft mit dem Begriff des Schmerzgedächtnisses, denn Nerven senden scheinbar selbstständig Schmerzimpulse an das Gehirn, obwohl kein Schmerzreiz vorhanden ist. Jeder Schmerz kann zu einem chronischen Schmerz werden.
Die Liste möglicher Schmerzen ist lang.

Hier nur einige Beispiele:

Augen-, Bauch-, Glieder-, Brust-, Entzündungsschmerzen, Gesichts-, Hals-, Herz-, Kopfschmerzen Schmerzen beim Wasserlassen oder beim Stuhlgang, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr Unterleibsschmerzen, Zahnschmerzen, undifferenzierte Schmerzen in den Weichteilen (Fibromialgie)

Ursachen:

Mögliche Ursachen fur chronische Schmerzen sind die sogenannten psychosomatischen Einflüsse. Betroffene, die zum ersten Mal von ihrem Arzt hören „Der Schmerz ist vermutlich psychisch/psychosomatisch.“ reagieren oft mit dem Satz: „Ich bin doch nicht verrückt. “ . Womit sie natürlich Recht haben.
Psychosomatisch umfasst die Wörter Psyche (Geist) und Soma (Körper). Jede Körperempfindung unterliegt auch psychischen Einflüssen. Der Schmerz um das gebrochene Bein hat eine andere Wirkung, wenn der Betroffene eine positive Nachricht (z.B. die über einen Lottogewinn) erhält. Negativ beeinflusst werden Schmerzempfindungen durch z.B. negative Nachrichten, wie z.B. den anstehenden Jobverlust. Trotz psychosomatischen Einflüssen sind die körperlichen Beschwerden real spürbar. Die Schmerzempfindlichkeit nimmt bei den Betroffenen zu.

Anhaltende Schmerzen können zur Entstehung einer Depression fuhren. Die einhergehende gedruckte Stimmung wiederum fuhrt oft dazu, dass der Betroffene seine Beschwerden starker wahrnimmt, was dann zur Verstärkung der Depression fuhren kann - ein Teufelskreislauf. Dauert dieser über einen längeren Zeitraum an kommt es oft zu einer inneren Stresssituationen.
Viele Menschen versuchen sich aufgrund von Schmerzen stark zu schonen und ziehen sich von der Familie und dem Freundeskreis zurück. Psychische Erkrankungen, wie Depression oder Angst, können mit einhergehen. Außerdem besteht das Risiko einer Medikamentenabhängigkeit, wenn die Schmerzen über einen längeren Zeitraum auftreten.
Im Rahmen einer begleitenden Therapie wurden gute Erfolge der Schmerzminderung durch das Erlernen und regelmäßige Einsetzen von Entspannungstechniken festgestellt. Vor allem ist hier die progressive Muskelentspannung zu nennen. Diese steigert das allgemeine Wohlbefinden und kann den Schmerz- und Muskelspannungskreislauf somit durchbrechen.
Desweiteren kann die Hypnotherapie eingesetzt werden, um die Schmerzwahrnehmung positiv zu beeinflussen

Ziele der Therapie konnen sein:

  • Verbesserung der schmerzbezogenen Selbstbeobachtung
  • Erlernen von Entspannung als Schmerz- und Stressbewältigungstechnik
  • Aktivitätsaufbau bzw. Aktivitätsregulation
  • Identifizierung ungünstiger Einstellungen und Gedanken sowie ihre Modifikation
  • Abbau von Depressivität, Hilf- und Hoffnungslosigkeit
  • Abbau Verhaltensweisen der Schmerzaufrechterhaltung und Vermittlung von Problemlosekompetenzen
  • Motivation, den Körper auf eine hilfreiche Art wiederzuentdecken, z.B. einfach Sportübungen
  • Reduktion von Schmerzmitteln

Eine Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt ist meist hilfreich. In einigen Kliniken und Praxis wird das Verfahren Biofeedback erfolgreich angeboten.