Krisenintervention

Krisen erlebt jeder von uns und gehören somit zum Leben dazu. Sie können infolge eines plötzlichen einschneidenden Ereignisses auftreten, wie einem Unfall, einer Krankheit, dem Verlust einer nahe stehenden Person oder nach einer Trennung vom Partner. Auslöser können dabei ebenso natürliche Umstellungsphasen im Leben eines Menschen, sogenannte kritische Lebensereignisse sein, wie eine Heirat, die Geburt eines Kindes, der Eintritt in die Wechseljahre oder der berufliche Ruhestand. Manchmal entwickelt sich eine Krise aber auch schleichend, zunächst vielleicht unbemerkt. Scheinbar reichen plötzlich die persönlichen Ressourcen und Strategien zur Verarbeitung nicht mehr aus.
Unabhängig davon, ob eine Krise durch ein plötzliches Ereignis oder infolge eines schleichenden Prozesses auftritt, stellen diese für die Betroffenen eine starke psychische Belastung dar. Körperliche Symptome (Bluthochdruck, Durchfall, Appetitlosigkeit, Schlafschwierigkeiten etc.) und/oder psychische Beschwerden (Angstzustände, andauernde Traurigkeit und Hilflosigkeit, Rückzug aus dem sozialen Umfeld) sind typische Anzeichen einer persönlichen Krisensituation. In schlimmen Fallen fühlen sich Betroffene lebensmüde und wie gelahmt.

Krisenintervention bedeutet, Betroffene in ihrer schwierigen Situation kurzfristig aufzufangen, sie zu begleiten und ihnen schnelle, professionelle Hilfe anzubieten. Häufig fuhrt bereits das Wissen, nicht alleine mit der belastenden Situation zu sein, zur ersten Entlastung bei den Betroffenen und ebnet den Weg in die Bewältigung. Individuelle therapeutische Elemente sollen helfen, Themen und Belastungen zu verarbeiten oder z.B. Trauer zu bewältigen. Häufig fuhrt auch die Erfahrung, im Rahmen der therapeutischen Gespräche die schwierige Situation in Worte zu fassen und den Kummer zulassen zu dürfen, ohne die Befürchtung zu haben, dem anderen zur Last zu fallen, zu Entlastung. Darüber hinaus sollen die Betroffenen dabei unterstützt werden, die eigenen Ressourcen zu mobilisieren und zu fordern. Gedanken wie „Da komme ich nie wieder raus.“ oder „Das kann ich nicht aushalten.“ werden mit psychotherapeutischer Unterstützung verändert, indem ihnen neue hilfreiche Gedanken entgegengesetzt werden. So werden die Betroffenen beispielsweise dazu angehalten, sich zu erinnern, was sie bereits alles in ihrem Leben gemeistert haben und wie sie die vorhandenen Ressourcen für die Zukunft für sich nutzen können. So gelingt es wieder die nötige Zuversicht und neuen Lebensmut aufzubauen.