Burnout

„Nur jemand, der einmal entstammt war, kann auch ausbrennen!“ (Pines, Aronson & Kafry, 1985)

Unter Burnout (auch chronische Erschöpfung genannt) versteht man einen Erschöpfungszustand, der durch andauernde Überbelastungen entsteht und zu einem Gefühl des antriebslosen Ausgebranntseins fuhrt. Ärzte bescheinigen Betroffenen meist ein psychovegetatives Erschöpfungssyndrom. Häufig sind große berufliche Anforderungen, Frustrationen sowie der Einsatz eines hohen individuellen Engagements Auslöser für sogenannte Burnout-Symptome. Dazu gehören vor allem Niedergeschlagenheit, emotionale und körperliche Erschöpfung, sozialer Rückzug sowie körperliche Beschwerden. Burnout ist eine psychische Erkrankung, die jeden treffen kann, der sich meist langanhaltendem Stress ausgesetzt fühlt. Betroffen sind typischerweise Manager, Unternehmer, Lehrer, Anhänger der helfenden Berufe aber auch Menschen aus anderen Berufsgruppen, die sich dauerhaft überbelastet und somit überfordert fühlen.
Wichtig: Obwohl die Bezeichnung Burnout in aller Munde ist, gibt es zurzeit keine offizielle „Burnout“-Diagnose. Die Symptome der Betroffenen, die oft sehr unterschiedlich sein können, bestimmen, welche Diagnose (z.B. Anpassungsstörung, Depression, Dysthymie, Erschöpfungssyndrom etc.) vergeben wird.

Häufig entwickelt sich das Burnout-Syndrom in drei Phasen:

1. Überengagement
Menschen mit Burnout haben meistens langandauernde Phasen hoher Motivation, einem hohen Leistungsanspruch an die eigene Arbeit und großem Idealismus hinter sich. Sie beschreiben sich selbst als übermäßig belastbar und gelten als unersetzlich. Der private Lebensbereich kommt bedingt durch das hohe Arbeitspensum meist über längere Zeit zu kurz.
2. Erschöpfung
Auf Dauer wird jedoch immer mehr Kraft benötigt, um das hohe Leistungsniveau langfristig zu halten. Es kommt zu Kraft- und Energielosigkeit, meist verbunden mit sozialem Rückzug. Das Immunsystem ist in Folge meist im Ungleichgewicht.
3. Depression
Wird das Leistungspensum nicht langfristig reduziert, kommt es zur Entwicklung erster depressiver Symptome wie Niedergeschlagenheit, Hilf- und Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung, sinkende Lebensfreude, emotionaler Erschöpfung und quälende Antriebslosigkeit.
Meistens versuchen Betroffene, alleine aus der Krise zu kommen, indem sie sich z.B. einen (Kurz-) Urlaub gönnen. Oft jedoch gelingt es Ihnen jedoch nicht, sich ohne professionelle Hilfe vom Burnout-Syndrom zu befreien.

Burnout-Therapie ist mehr als nur Stressbewältigung.

Im Rahmen einer psychotherapeutischen Behandlung kann Burnout-Betroffenen langfristig geholfen werden. Wichtige Therapieziele können dabei sein:

  • die eigene Belastbarkeit und Ressourcen besser einschätzen zu lernen,
  • das Arbeitspensum entsprechend der individuellen Belastbarkeitsgrenzen anzupassen,
  • Reduktion von langfristigem Stress und dessen psychosomatischen Begleiterscheinungen
  • Forderung des emotionalen Erlebens
  • sich regelmäßige Erholungsphasen schaffen und
  • zu lernen, sich zu entspannen